Wir sind Partner des autonomen Mobilitätsprojekts RealLabHH

Continental ist Teil des Projekts Reallabor Hamburg (RealLabHH), das mit einem groß angelegten Probebetrieb von autonomen Shuttlen (eMoin) in einer der größten Städte Deutschlands die Mobilität von morgen Wirklichkeit werden lassen will.

RealLabHH ist ein Pilotprojekt, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit insgesamt rund 20,5 Millionen Euro gefördert. Das "Reallabor Digitale Mobilität" geht auf die Initiative der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) zurück. Ziel des Projekts ist eine digital unterstützte Infrastruktur, die den Verkehr sicherer, komfortabler und klimafreundlicher macht.
 
Die Zukunft der Mobilität ist das autonome Fahren. Die Vorteile von autonomen Fahrzeugen - sie machen den Verkehr sicherer, effizienter und komfortabler - mögen Experten klar sein, doch die Sicherheitsbedenken rund um diese fahrerlosen Transportmittel bestehen weiterhin. Im Reallabor Hamburg arbeiten wir mit starken Partnern daran, die Mobilität von morgen Wirklichkeit werden zu lassen. Dazu führen wir in Hamburg einen Testbetrieb von autonomen, vernetzten und sicheren Shuttles durch.

In Hamburg werden drei autonome Elektro-Shuttles des Typs eMoin den Bewohnern des Stadtteils Bergedorf die Möglichkeit bieten, den fahrerlosen Transport von der Haustür bis zur nächsten ÖPNV-Station zu erleben. Über eine eigens entwickelte Smartphone-App können die Nutzer diesen Service ähnlich wie bei einem Taxi in Anspruch nehmen. Über die Schnittstelle der App werden alle Buchungsanfragen an den Partner Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gesendet, der daraus eine logische und effiziente Route zusammenstellt. Die Shuttles halten also nicht an festen Punkten oder folgen einer bestimmten Route, sondern der Fahrplan variiert je nach Bedarf.

Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, haben wir auch einen Schwerpunkt auf den Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer gelegt, zu denen Fußgänger, Radfahrer, Motorrad- und Rollerfahrer gehören. Diese Verkehrsteilnehmer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, und für sie entwickeln wir mit unserem Partner Deutsche Telekom ein neues Kollisionswarnsystem. Im Rahmen des Reallabor-Projekts testen wir diese cloudbasierte Lösung erstmals im realen Straßenverkehr.

Bergedorfer Villenviertel ist idealer Standort für Erprobung

Das eMoin-Bediengebiet erstreckt sich vom Bergedorfer ZOB über den Reinbeker Weg bis zur Daniel-Hinsche-Straße. Die Straßenverhältnisse im Bergedorfer Villenviertel bieten mit Hinblick auf zahlreiche projektspezifische Kriterien wie Straßenqualität, durchgehendes Tempo 30, parkende Autos und Steigungen optimale Rahmenbedingungen für den Einsatz der Shuttle-Flotte, die mit einer Betriebsgeschwindigkeit von maximal 18 km/h unterwegs ist.

Software Integration

Der reibungslose und sichere Betrieb der drei autonomen Shuttles wird durch Technologien und Software-Know-how von Continental ermöglicht. Unsere Integrationssoftware ermöglicht den Datenaustausch mit dem Shuttle-Betreiber EasyMile. Damit die Shuttles autonom durch Hamburg Bergedorf fahren können, sind sie zudem auf eine Vielzahl von Daten angewiesen. Dazu gehören Sensordaten, die von Radar, LiDAR oder Kameras von Continental bereitgestellt werden, sowie GPS- und Fahrzeugorientierungsdaten von EasyMile. Nur so ist es möglich, ein ganzheitliches Bild der gesamten Verkehrssituation zu erhalten.

Diese Datenfusion kann jedoch komplex sein, weil die Systeme der verschiedenen beteiligten Partner unterschiedlich sind. Damit die verschiedenen Protokolle der Fahrzeugsteuerungssysteme miteinander kommunizieren und Daten austauschen können, müssen die Informationen "übersetzt" werden, wofür unser Software-Stack für das automatisierte Fahren zum Empfangen und Übersetzen ins Spiel kommt. Das Programm empfängt zunächst die Daten von EasyMile und bereitet sie so auf, dass sie auch von unseren Systemen genutzt und über eCAL ausgetauscht werden können. 

Radar-System

Damit die Shuttles autonom durch Hamburg-Bergedorf fahren können, sind sie auf eine Vielzahl an Daten angewiesen. Um detaillierte Informationen über die genaue Position und die Umgebung zu erhalten, ist jeder Shuttle mit dem ARS430 (Advanced Radar Sensor) von Continental ausgestattet. Die Genauigkeit der GPS-Daten wird durch Gebäude am Straßenrand und Bäume, die über die Straße ragen, negativ beeinflusst. Deshalb haben wir jedes Shuttle mit vier Radar-Sensoren ausgestattet. Drei Sensoren befinden sich an der Front und einer an der Rückseite der Shuttles. So erfassen wir 360 Grad der Umgebung.

Der ARS430 kann flexibel in jeder Richtung angebracht werden und die Software ist in der Lage, die Montageposition des Sensors während der Fahrt zu kalibrieren. Der Sensor bietet ein weites Sichtfeld und einen großen Messbereich, da er zwei aufeinanderfolgende Abtastungen in verschiedenen Modi durchführt. Daher kann der Sensor sowohl für Assistenzsysteme mit großer Reichweite eingesetzt werden – etwa Adaptive Cruise Control, Forward Collision Warning und Notbremsassistent – als auch für städtische Anwendungsfälle wie in diesem Projekt. Die Fähigkeit, stationäre und dynamische Hindernisse ohne die Hilfe eines Kamerasystems zu erkennen und zu trennen, unterstreicht die Performance des Sensors.  







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